"Merkblatt zur neuen Düngeverordnung"

Die neue Düngeverordnung (DüV) gilt seit dem 02. Juni 2017!

 

            1. Düngebedarfsermittlung § 4

Die Stickstoff-Düngebedarfsermittlung muss schriftlich dokumentiert werden.

Für die Stickstoff-Düngebedarfsermittlung auf Ackerland sind N-Bedarfswerte (Ø-Ertragsniveau der letzten 3 Jahre), die verfügbare N-Menge im Boden, die N-Nachlieferung aus dem Bodenvorrat, die N-Nachlieferung aufgrund organischer Düngung im Vorjahr (10 % der N-Menge) und die N-Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrüchten zu berücksichtigen.

Für die Stickstoff-Düngebedarfsermittlung auf Grünland sind N-Bedarfswerte (Ø-Ertragsniveau und Ø-Rohproteingehalte der letzten 3 Jahre), die N-Nachlieferung aus dem Bodenvorrat, die N-Nachlieferung aus legumer N-Fixierung sowie die N-Nachlieferung aufgrund organischer Düngung im Vorjahr (10 % der N-Menge) zu berücksichtigen.

2. Aufbringung auf nicht aufnahmefähigen Böden § 5 (1)

N- und P-haltige Düngemittel dürfen nicht aufgebracht werden, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist.

Ausnahmen für die genannten Stoffe bei Aufbringung von bis zu 60 kg N/ha, wenn

a)    der Boden am Tag des Aufbringens auftaut,

b)    kein Abschwemmen in oberirdische Gewässer oder benachbarte Flächen,

c)    eine Pflanzendecke (Winterkultur, Zwischenfrüchte, Grünland) vorliegt und

d)    sonst durch Befahren Gefahr von schädlichen Bodenverdichtungen oder Strukturschäden besteht.

Festmiste von Huf- und Klauentieren oder Komposte dürfen mit > 60 kg N/ha aufgebracht werden, wenn o.g. Punkte b), c) und d) erfüllt sind (Sperrfrist 15.12.–15.01.).

3. Abstand zu Gewässern § 5 (2) und (3)

Um bei der Ausbringung N- und P-haltiger Düngemittel Einträge von Nährstoffen in oberirdische Gewässer zu vermeiden, müssen mindestens 4 m zwischen der Ausbringungsfläche (durch die Streubreite bestimmt) und der Böschungsoberkante liegen. Bei Geräten mit Grenzstreueinrichtung oder deren Streubreite der Arbeitsbreite entspricht, ist ein Abstand von 1 m ausreichend.

Auf stark geneigten Flächen, d.h. > 10 % Hangneigung, dürfen N- und P-haltige Düngemittel in einem Abstand zur Böschungsoberkante von

0 bis 5 m:   nicht aufgebracht werden.

5 bis 20 m: auf unbestellten Flächen nur mit sofortiger Einarbeitung aufgebracht werden.
            auf bestellten Flächen
                        a) mit Reihenkultur mit Reihenabstand ≥ 45 cm nur bei entwickelter                                                            Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung aufgebracht werden.
                        b) mit hinreichender Bestandsentwicklung oder nach Mulch- oder                                                                Direktsaat aufgebracht werden.

4. Einarbeitung von organischen und organisch-mineralischen N-Düngern § 6 (1)

Auf unbestelltem Ackerland hat die Einarbeitung unverzüglich bzw. spätestens vier Stunden nach Aufbringungsbeginn zu erfolgen

5. Aufbringung flüssiger organischer und organisch-mineralischer Düngemittel § 6 (3)

Auf bestelltem Ackerland dürfen flüssige organische und organisch-mineralische Düngemittel ab 2020 nur noch streifenförmig auf oder in den Boden auf bzw. eingebracht werden.

6. Aufbringmengen organischer und organisch-mineralischer Düngemittel § 6 (4)

Im Betriebsdurchschnitt dürfen max. 170 kg/ha Gesamt-N pro Jahr und über Kompost max. 510 kg/ha Gesamt-N in drei Jahren aufgebracht werden.

7. Aufbringung von N-Düngemitteln einschließlich mineralischer N-Dünger im Herbst § 6 (8) und (9)

Auf Ackerflächen muss nach der Ernte der Hauptkultur ein N-Düngebedarf bestehen. Dieser ist schriftlich zu dokumentieren. Es dürfen max. 30 kg NH4-N oder 60 kg N/ha Gesamt-N außerhalb der Sperrfristen (s. Abbildung) aufgebracht werden; Festmiste von Huf- und Klauentieren sowie Komposte sind hiervon ausgenommen.

Übersicht der Sperrfristen (rot = Verbotszeitraum)Sperrfristen neue DüV

8. Nährstoffvergleich § 8

Ein Nährstoffvergleich ist wie bisher für das abgelaufene Düngejahr bis zum 31. März des Folgejahres für Stickstoff und Phosphat zu erstellen. Es ergeben sich nur inhaltliche Änderungen für Betriebe, die Wiederkäuer halten. Hier ist die Nährstoffabfuhr der Grobfutterflächen über den Viehbestand zu ermitteln, für Futterverluste dürfen Zuschläge von bis zu 15 % (Feldfutter) bzw. 25 % (Grünland) vorgenommen werden.

9. Zulässige N- und P-Salden § 9

Für Stickstoff beträgt der zulässige Saldo im 3-jährigen Betriebsmittel 60 und ab dem 3-jährigen Mittel 2018-2020 dann zukünftig 50 kg N/ha und Jahr. Für Phosphat beträgt der zulässige Saldo im 6-jährigen Betriebsmittel 20 und ab dem 6-jährigen Mittel 2018-2023 dann zukünftig 10 kg P2O5/ha und Jahr. Im Falle von Überschreitungen kann die nach Landesrecht zuständige Stelle die Teilnahme an einer Düngeberatung anordnen.

10. Lagerkapazität für Wirtschaftsdünger und Gärrückstände § 12 (2), (3) und (4)

Anfallende flüssige Wirtschaftsdünger müssen mindestens für einen Zeitraum von 6 Monaten sicher gelagert werden können. Dabei ist das benötigte Fassungsvermögen nach den produktionstechnischen Verfahren und Bedingungen zu berechnen. Betriebe mit mehr als 3 Großvieheinheiten pro ha oder ohne geeignete Aufbringungsflächen müssen ab 2020 für 9 Monate Lagerkapazität vorhalten.

Links zu Düngebedarfsrechnern:

Für den Herbst: http://tinyurl.com/herbstduengung

Für das Frühjahr 2018 (Gesamtjahr): http://tinyurl.com/ifoel-n-bedarf

 

Aktuelles

Die Vorwinter-Nmin-Beprobung ist abgeschlossen. Die Ergebnisse folgen für die einzelnen Maßnahmenräume.

Nutzen Sie unseren kleinen Online-Rechner zur Herbst-düngung! (Link)

Merkblatt zur neuen Düngeverordnung
(pdf)

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Herbst!

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